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Tierschutz versus Lobbyismus (26.11.2012)

Pressemitteilung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V..
Peinliche Diskussion um den Heißbrand beim Fohlen blockiert die Novellierung des Tierschutzgesetzes weiter lesen

Schenkelbrandverbot zur Kennzeichnung von Pferden wieder auf dem Prüfstand (18.10.2012)
Bundestierärztekammer entsetzt über Ignoranz beim Thema Heißbrand

(BTK/Berlin) Im Rahmen einer öffentlichen Anhörung hat der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag am gestrigen Mittwoch die anstehende Novellierung des Tierschutzgesetzes diskutiert. Dabei ging es auch um das von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner, Tierärzten und Tierschützern geforderte Schenkelbrandverbot als Kennzeichnungsmethode bei Pferden.

Ein heißes Eisen, wie sich zeigte: So wurde argumentiert, dass die Notwendigkeit eines Verbotes dieser archaischen Methode aus Tierschutzgründen nicht überzeugend sei. Außerdem beriefen sich Befürworter des Heißbrandes auf die hohe kulturelle Bedeutung des Brandzeichens für die deutsche Pferdezucht. Deutschland sollte aus diesem Grund von der Möglichkeit gebrauch machen, den Heißbrand fürdie Kennzeichnung von Pferden zu nutzen.
„Auch wenn – wie argumentiert – die EU-Vorgaben den Heißbrand zulassen, heißt das nicht, dass es ihn legitimiert. Die dafür benötigten Ausnahmegenehmigung hat die Bundesrepublik noch nicht beantragt, und das soll auch so bleiben!“, erklärt Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer.
Für äußerst bedenklich hält Mantel auch die Aussage eines Dermatologen aus der Humanmedizin, der von einigen Abgeordneten auf seine mögliche Befangenheit als Hannoveranerzüchter angesprochen wurde. Dieser bestritt, dass die „artgerechte Kennzeichnungsmethode“ eine negative Wirkung auf das Pferd habe, denn das Brandzeichen gehe nur mit einer „Verbrennung zweiten Grades“ einher. Diese würde einen „ganz natürlichen Vorgang“ darstellen, denn die Haut des Pferdes sei „evolutionsbiologisch auf oberflächliche Verbrennungen oder Verletzungen vorbereitet“ …

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Foto: © DTB

 Die Bundestierärztekammer hatte bereits seit 2008 und zuletzt im Juli 2010 auf die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung hingewiesen. Da seit dem 1. Juli 2009 nach EU-Recht alle neugeborenen Pferde in Deutschland mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden müssen, hat der Heiß- oder Schenkelbrand seinen Zweck Kennzeichnungsmethode verloren. Daher entfällt der nach Tierschutzgesetz der „vernünftige Grund“ einem Tier Schmerzen zuzufügen. „Ein Brandzeichen ist nur Werbung für den Zuchtverband. Bei Pferden handelt es sich aber um Lebewesen, die Schmerzen empfinden und nicht um Luxuskarossen“, empört sich Prof. Dr. Mantel weiter. Bei den wenigen wirklich tierschutzrelevanten Neuerungen, die das Tierschutzgesetzt vorsieht, sei es ein Armutszeugnis, nun auch noch das Schenkelbrandverbot zu kippen. (BTK 18.10.2012)
Die Stellungnahmen der Experten finden Sie hier auf der Webseite des Bundestagessausschusses 

Schenkelbrand beim Pferd tierschutzwidrig (05.07.2010)

(BTK/Berlin) Die Bundestierärztekammer begrüßt den Beschluss des Bundesrates die Bundesregierung zu einer Gesetzesinitiative zum Verbot des Schenkelbrandes beim Pferd aufzufordern. Das ist ein konsequenter Schritt in die richtige Richtung. Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, lobt diese Initiative von Ilse Aigner, Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. „Die Bundestierärztekammer lehnt den Schenkelbrand ab, denn dieser hat seinen Zweck verloren und gehört verboten“ erläutert er die Haltung der Tierärzte. „Die EU hat eine klare Regelung geschaffen und erlaubt nur noch eine individuelle Kennzeichnung der Pferde mittels Transponder. Der Schenkelbrand dient jetzt als Markenzeichen nur noch den Werbezwecken der Zuchtverbände.“

Seit dem 1. Juli 2009 müssen alle neugeborenen Pferde in Deutschland mit einem 
Transponder (Mikrochip) gekennzeichnet werden. Eine zusätzliche Kennzeichnung durch ein Brandzeichen ist überflüssig, fügt dem Tier unnötig Schmerzen zu und ist daher tierschutzwidrig. Die Bundestierärztekammer fordert das Verbot des Schenkelbrandes bereits seit 2008 und hatte zuletzt im Juli 2010 auf die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung in einer Pressemitteilung hingewiesen.  Pressemitteilung 13/2010 vom 1.Juli 2010

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Diese Pressemitteilung 18/2010 vom 18. Oktober 2010 steht für Sie bei der Bundestierärztekammer zum Download zur Verfügung.